Heute sprang unsere Schwarzgurt-Trägerin Thurid als Trainerin ein, und sie brachte keinen kleinen Technik-Snack mit, sondern ein echtes Kihon Speciale. Auf dem Plan stand Grundschule in konzentrierter Form: viel Kihon, klare Schwerpunkte und genug Wiederholungen, damit aus „verstanden“ langsam „verankert“ wird.
Kime und Hikite
Im Mittelpunkt standen Kime und Hikite. Gerade bei den Abwehrtechniken wurde deutlich, dass der blockende Arm nur die halbe Geschichte erzählt. Die andere Hälfte zieht zurück, hält Spannung und sorgt dafür, dass die Technik nicht unterwegs die Luft verliert. Hikite ist eben kein Parkplatz für die zweite Hand, sondern der Rückwärtsgang mit Vortrieb.
Besonders intensiv wurden Age-Uke, Soto-Uke und Uchi-Uke gearbeitet. Drei Abwehrformen, drei Richtungen, aber immer dieselbe Frage: Kommt die Technik mit klarem Abschluss an, oder wird sie nur irgendwie bis zum Ende bewegt? Beim Kime gab es keine Ausrede über die Streckenlänge. Kurz, sauber, entschieden – so sollte die Technik stehen.
Hüfte als Motor
Der zweite Schwerpunkt lag auf korrekter Hüftbewegung und bewusstem Hüfteinsatz. Die Hüfte sollte nicht dekorativ mitdrehen, sondern die Technik tragen. Wenn sie zu früh, zu spät oder gar nicht arbeitet, merkt man es sofort: Der Arm macht dann Überstunden, während der eigentliche Motor im Leerlauf bleibt.
Zum Schluss wurde dieser Schwerpunkt in die Heian Shodan übertragen. Dort zeigt sich besonders klar, ob Kihon wirklich im Körper angekommen ist: Age-Uke, Richtungswechsel, Stand, Hüfte, Hikite und Kime müssen zusammenpassen. Aus Einzelteilen wurde wieder Kata – und aus Grundschule eine ziemlich ehrliche Qualitätskontrolle.