Manchmal lohnt es sich, nicht nach vorn zu schauen, sondern zurück zum Anfang – und genau das stand an diesem Abend auf dem Programm: die Grundlagen der Selbstverteidigung, noch einmal von der ersten Seite an.
Wenn der Angriff von vorne kommt
Los ging es mit dem beidhändigen Schubsen von vorne, einem Klassiker, der jeden Streit auf dem Schulhof einleiten kann. Wer hier steht wie angewurzelt, fällt – wer den Schwung mitnimmt, bleibt stehen. Direkt danach folgte das Festhalten oder Packen einer Hand, bei dem sich zeigte: Eine Hand, die einen greift, ist auch nur eine Hand – der Rest bleibt frei zum Antworten.
Auch die Abwehr gegen die „Backpfeife“ stand auf dem Programm, unangenehm im Namen wie in der Ausführung, aber mit der richtigen Bewegung im rechten Moment durchaus zu parieren.
Griff am Kragen
Weiter ging es mit dem Griff an den Kragen: erst mit einer Hand am Revers, dann mit beiden Händen am Revers – wer mit beiden Händen festhält, hält meist gleich doppelt so stark fest, und entsprechend musste die Antwort auf beide Varianten sitzen.
Umklammerung und „Schwitzkasten“
Zum Abschluss wurde es persönlich: Das Umklammern von hinten überrascht naturgemäß aus einer Richtung, die man nicht kommen sieht – umso wichtiger, dass die Reaktion darauf sitzt, statt erst lange nachdenken zu müssen. Den Schlusspunkt setzte die Befreiung aus dem „Schwitzkasten“, eine Lage, die ihrem Namen alle Ehre macht und aus der man sich lieber früher als später wieder herausarbeitet.
Eine Wiederholung, die zeigte: Grundlagen bleiben Grundlagen, auch wenn man sie schon einmal geübt hat – erst recht, wenn sie im Ernstfall zählen sollen. Und wie so oft in der Selbstverteidigung wurde auch diesmal wieder betont, worauf es wirklich ankommt: Eine Verteidigung wirkt nur, wenn sie schnell und automatisch abläuft, ohne langes Nachdenken. Saubere Technik aus dem Dojo ist dabei zweitrangig – gefragt sind Bewegungsabläufe, die schnell und effektiv funktionieren. Und wer sich nicht auf eine lange „Auseinandersetzung“ einlassen will, sollte auch genau das tun, nämlich schnellstmöglich das Weite suchen, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet.