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Training · 25. September 2026

Griffbefreiungen und Abwehr von Faustangriffen

Am Freitag standen wieder zwei Einheiten auf der Matte, und beide hatten dasselbe Grundproblem zu lösen: Da ist jemand, der zupackt oder zuschlägt – und man selbst möchte lieber nicht dort bleiben, wo man gerade steht. Die Kinder arbeiteten sich dafür von der Grundschule bis zur Befreiung aus Griffen vor, die Erwachsenen von der Grundschule bis zur Abwehr gegen Faustangriffe und Würgen.

Kindertraining: Grundschule, Gohon Kumite und Befreiungen

Den Anfang machte das Kihon, und zwar in voller Breite: Oi-Zuki und Gyaku-Zuki vorwärts, danach Gedan-Barai mit Gyaku-Zuki sowie Age-Uke mit Gyaku-Zuki – beides jeweils vor und zurück. Wer vorwärts sauber blockt, muss das rückwärts erst noch beweisen; die Bahn ist dieselbe, die Beine merken den Unterschied trotzdem.

Bei den Beintechniken ging es weiter mit dem Mae-Geri Jodan, dem Yoko-Geri Kekomi und dem Mawashi-Geri – drei Tritte in drei verschiedene Richtungen, was vor allem eines verlangt: einen sicheren Stand auf dem Bein, das gerade am Boden bleibt.

Anschließend kamen die Grundtechniken und das Gohon Kumite für den 7. Kyu (Orangegurt) an die Reihe. Fünfmal derselbe Angriff, fünfmal dieselbe Abwehr, dann der Konter – eine Übung, die weniger nach Abwechslung aussieht, als sie ist: Erst in der Wiederholung sortieren sich Abstand und Timing von allein.

Danach wurde es griffig. In der Selbstverteidigung ging es um das Umfassen des Handgelenks, das Umklammern von hinten, den „Schwitzkasten“ und das Greifen am Revers, einseitig wie beidseitig. Gemeinsam ist all diesen Lagen, dass der Angreifer sich festhält – und genau das ist die gute Nachricht: Wer zupackt, hat seine Hände nicht mehr frei.

Zum Abschluss ging es zurück zur eigenen Form: die beiden Katas Heian Shodan und Heian Yondan, einmal langsam und einmal schnell durchlaufen. "Langsam" zeigt, ob man die Kata wirklich kann; "schnell" zeigt, ob man sie auch verstanden hat.

Erwachsenentraining: Verteidigung gegen einfache Faustangriffe

Bei den Erwachsenen lag der Schwerpunkt auf der Verteidigung gegen einfache Faustangriffe – also gegen genau das, was im Zweifel als Erstes kommt. Der Aufbau folgte dabei einem klaren Weg: vom festen Ablauf in der Grundschule hin zu einer Situation, die sich immer weniger an Absprachen hält.

Erst die Grundschule, dann der Partner

Los ging es mit Oi-Tsuki, Age Uke und Uchi Uke in der Grundschule, bevor dieselben Techniken ins Kihon Ippon Kumite übernommen wurden. Die Bewegung bleibt, nur steht ab sofort jemand davor – und das ändert erfahrungsgemäß mehr, als die Technik vermuten lässt.

Weg vom festen Ablauf

Anschließend wurden die Abwehrtechniken freier ausgeführt, ergänzt um eine seitliche Ausweichbewegung. Die eleganteste Abwehr bleibt schließlich die, bei der man dort nicht mehr steht, wo die Faust hin möchte.

Danach kamen die Angriffe dynamischer und ohne Schrittbewegung – keine Ankündigung durch den Fuß mehr, also auch keine Vorwarnung. Verschärft wurde das durch mehrfache Angriffe, bei denen der Angreifer den Verteidiger zusätzlich mit der freien Hand festhielt. Wer da noch auf den sauberen Rückzug hofft, hat den Griff am Ärmel nicht eingeplant.

Nach vorn statt zurück

Die Antwort darauf hieß Distanzverkürzung durch den Verteidiger: hinein statt heraus, und die Beine für die Gegenangriffe nutzen. Wer dem Schlag entgegengeht, nimmt ihm den Weg, auf dem er Schwung holen wollte.

Griff am „Schlawittchen“ und Würgen von vorne

Es folgte die einfache und unblutige Verteidigung gegen beidhändiges Greifen am „Schlawittchen“ – ein Wort, das deutlich gemütlicher klingt als der Griff, den es beschreibt.

Den Schlusspunkt setzte die Verteidigung gegen Würgen von vorne, und dabei stand ein Faktor über allem: Zeit. Beim Würgen läuft die Uhr mit, und zwar gegen den Verteidiger – wer lange überlegt, hat die Lösung zu spät. Entsprechend ging es um eine „unblutige Befreiung“, die früh genug kommt, um noch eine zu sein.

Zwei Einheiten, ein roter Faden: Ob Handgelenk, Revers oder Hals – ein Griff ist immer auch eine Entscheidung des Angreifers, sich zu binden. Und wer das nutzt, statt dagegen anzuziehen, kommt mit deutlich weniger Kraft aus.