Sechs Angriffe, drei Stufen, sechs passende Antworten – das Programm dieses Abends war schnell erzählt und dann doch nicht so schnell abgearbeitet. Denn im Kihon wurde heute auch addiert, und am Ende wuchs aus einzelnen Techniken eine ganze Kette.
Sechs Angriffe auf die drei Stufen
Zunächst ging es um die Angriffsseite: Oi-Tsuki Jodan, Oi-Tsuki Chudan, Mae-Geri Gedan, Uraken Jodan, Nukite Chudan und Mae-Mawashi-Geri Gedan. Alle drei Stufen waren damit zweifach besetzt – oben, Mitte und unten bekamen gleich viel Aufmerksamkeit, was im Training keineswegs selbstverständlich ist.
Geübt wurde in zwei Schritten: Erst stand jede Technik für sich allein, damit Form und Ziel sauber sitzen. Dann wurden die Techniken addierend hintereinander angehängt. Wer dabei eine Technik verschlampte, merkte das spätestens an der nächsten Technik, weil dann die Höhe nicht mehr stimmt. Somit hatte auch der Kopf heute ordentlich zu tun.
Sechs Abwehren – für jede Stufe die richtige Antwort
Zu jedem Angriff gehörte anschließend die passende Abwehr auf der jeweiligen Stufe: Age-Uke, Soto-Uke, Gedan-Barai, Te-Nagashi-Uke, Shuto-Uke und Morote-Uke. Damit war die Zuordnung klar: Für jede Höhe gab es eine Abwehr, die dort auch wirklich hingehört – eine Abwehr auf der falschen Stufe ist bekanntlich nur eine gut gemeinte Handbewegung.
Die letzte Abwehr war die cleverste: ein Suri-Ashi nach hinten weicht dem Mae-Mawashi-Geri gedan einfach aus und ermöglicht den abschließenden Konter-Angriff als Schlusspunkt des Verteidigers (Uke) – denn "nur blocken" hieße, dem Angreifer das letzte Wort zu lassen.
Wunsch-Kata zum Abschluss
Zum Schluss wurde es wieder etwas freier: Die Wunsch-Kata wurde nach Graduierung in einzelnen Gruppen vorgetragen. Nach einem Abend, an dem Angriff und Abwehr systematisch sortiert wurden, war das der passende Ausklang – in der Kata steckt am Ende genau das, was zuvor einzeln geübt wurde, nur schon fertig zusammengesetzt.